An der Kyjiwer Oblastklinik sind am 19. August 2026 zwei modernisierte Operationssäle für die Kiefer- und Gesichtschirurgie in Betrieb genommen worden. Nach Angaben des Ministerium für Gesundheit der Ukraine wurden die Arbeiten mit finanzieller Unterstützung Belgiens und der Entwicklungsagentur Enabel umgesetzt. Die Gesamtfläche der beiden Säle beträgt rund 200 Quadratmeter. Zur Eröffnung reisten eine belgische Delegation sowie Partnerorganisationen an.
Die Erweiterung zielt auf die Behandlung schwerer minen-, explosions- und schussbedingter Verletzungen von Gesicht und Schädel, die seit der russischen Vollinvasion stark zugenommen haben. Laut Ministerium sollen die neuen Kapazitäten komplexe mehrstufige rekonstruktive Eingriffe ermöglichen und die Fallkonzentration, die Ausbildung von Fachkräften, die Standardisierung sowie die langfristige Begleitung von Patientinnen und Patienten verbessern. Im Rahmen eines Memorandums zwischen dem Ministerium für Gesundheit der Ukraine, Enabel und der Organisation Superhumans werden Referenzzentren in Kyjiw und Lwiw aufgebaut; die Kooperation ist für den Zeitraum 2024–2028 angelegt.
Technisch vorgesehen sind die Nachrüstung einer chirurgischen Navigationslösung sowie der Einsatz moderner 3D-Technologien und patientenspezifischer Implantate, um Eingriffe präziser zu planen und funktionelle Ergebnisse zu verbessern. Vorgestellt wurde das Projekt unter Mitwirkung von Wiktor Ljaschko, dem ukrainischen Gesundheitsminister.
Die Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Belgien im Gesundheitswesen umfasst nach Regierungsangaben mehrere Initiativen. Für die Kyjiwer Oblastklinik beläuft sich der bisherige Umfang belgischer Investitionen auf mehr als 2,5 Millionen Euro. Im Krankenhaus wurden bereits ein barrierefreier Eingang eingerichtet und Aufzüge erneuert; zusätzlich läuft das Programm Care for Carers zur psychosozialen Unterstützung von Gesundheitspersonal. Perspektivisch vereinbarten die Partner die weitere Zusammenarbeit beim Aufbau eines Zentrums für Verbrennungsmedizin in Kyjiw. Enabel setzt die Maßnahmen im Rahmen des Programms BE-Relieve Ukraine um; die Gesamtinitiative zur langfristigen Unterstützung der Ukraine ist bis Ende 2028 angelegt und mit 150 Millionen Euro dotiert.
Die genannten Zahlen, Planungen und Zeiträume stammen aus Mitteilungen des Ministerium für Gesundheit der Ukraine und von Enabel. Angaben zu einem konkreten Inbetriebnahmezeitplan für die Navigationssysteme oder zu erwarteten jährlichen Fallzahlen lagen zunächst nicht vor. Zu sicherheitsrelevanten Einschränkungen am Klinikstandort machten die Stellen keine Angaben.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).