Die ukrainische Regierung hat am 9. September 2026 eine Beschaffung für den elektrischen Nahverkehr in Dnipro bestätigt. Im Rahmen des Programm Städtischer öffentlicher Verkehr der Ukraine II, das gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank finanziert wird, wurden zwei Verträge über fünf neue Niederflur-Straßenbahnen und 15 Niederflur-Trolleybusse abgeschlossen; eine dritte Vereinbarung für drei weitere Straßenbahnen und Wartungstechnik ist geplant. Das Gesamtvolumen des Vorhabens beträgt nach Regierungsangaben mehr als 21 Millionen Euro.
Die ersten fünf Straßenbahnen wurden vom ukrainischen Hersteller Tatra-Yug in Dnipro gefertigt. Der erste Wagen traf im Februar 2026 in der Stadt ein und ist bereits im Linienbetrieb. Als nächster Schritt ist die Lieferung von 15 neuen Trolleybussen des Typs Dnipro T-203 mit autonomer Fahrfunktion vorgesehen. Die Auslieferungen sind für 2026 bis 2027 geplant, davon acht Fahrzeuge noch im Jahr 2026.
Nach Erfüllung der Verträge werden in Dnipro 111 moderne Niederflur-Trolleybusse verkehren. Das entspricht 65 Prozent der gesamten Trolleybusflotte der Stadt. Die neuen Fahrzeuge sollen auf städtischen Linien eingesetzt werden, unter anderem entlang des ersten barrierefreien Korridors im Rahmen des landesweiten Projekts „Bewegung ohne Barrieren“, das von der ersten Dame der Ukraine, Olena Selenska, initiiert wurde.
Als Begründung führt die Regierung an, dass die Erneuerung in Dnipro besonders dringlich sei: Das Durchschnittsalter der Straßenbahnen liegt über 40 Jahren; von insgesamt 254 Wagen sind lediglich fünf niederflurig. Das Durchschnittsalter der Trolleybusse beträgt 17 Jahre. Der zuständige Minister für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr, Mykola Kalaschnyk, betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung barrierefreier, moderner Fahrzeuge für die Lebensqualität. Zugleich verwies er auf die hohe lokale Wertschöpfung der Straßenbahnproduktion in Dnipro von bis zu 70 Prozent und die Beteiligung von mehr als 100 ukrainischen Unternehmen.
Die Finanzierung über die Europäische Investitionsbank und die Einbindung des Ministerium für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr sowie der Stadtverwaltung unterstreichen den Charakter des Vorhabens als Teil der landesweiten Modernisierung des öffentlichen Verkehrs. Angaben zu Lieferfristen und Stückzahlen beruhen auf der Regierungsmitteilung; Änderungen im Projektverlauf sind möglich. Für die Stadt Dnipro in der Oblast Dnipropetrowsk verbindet das Projekt kurzfristige Verbesserungen im Betrieb mit strukturpolitischen Zielen: mehr Zugänglichkeit, verlässliche Taktung und Unterstützung der heimischen Industrie.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).