Die Gruppe der Sieben hat am 15. Oktober 2026 eine Zusage über 260 Millionen Euro für dringende Reparaturen an der Neuen Schutzhülle über dem zerstörten Reaktor in Tschornobyl bekannt gegeben. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung übernimmt die Koordination der Arbeiten und richtet am 9. November 2026 in Paris gemeinsam mit Frankreich und der Ukraine eine Geberkonferenz aus, um zusätzliche Mittel und einen verbindlichen Instandsetzungsplan zu sichern.
Nach Angaben der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung betreffen die vorrangigen Maßnahmen Korrosionsschutz, die Instandsetzung beschädigter Teile der Stahlkonstruktion sowie die Wiederherstellung zentraler Lüftungs- und Überwachungssysteme. Diese Systeme sind für die langfristige Stabilität der Neuen Schutzhülle, die den alten Reaktorblock einschließt, entscheidend. Die Bank verweist auf Schäden an der sicherheitsrelevanten Infrastruktur, die infolge eines russischen Drohnenangriffs im Februar 2025 entstanden sein sollen. Unabhängige Detailgutachten und ein konkreter Zeitplan werden nach ihrer Darstellung im Rahmen der Pariser Konferenz vorgestellt.
Die Zusage der G7 umfasst Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Einzelne Regierungen nannten bereits Beträge, darunter eine britische Zusage von 17 Millionen Pfund als Teil des Gesamtpakets. Die ukrainische Seite begrüßte die Ankündigung und betonte, dass die Schutzhülle für den Schutz der Bevölkerung und die sichere Verwaltung radioaktiver Rückstände unverzichtbar ist. Vertreter mehrerer G7-Staaten verweisen auf das übergreifende Ziel, nukleare Risiken zu verringern und die internationale Zusammenarbeit bei der Sicherung des Standorts zu stärken.
Tschornobyl bleibt, mehr als drei Jahrzehnte nach der Katastrophe, ein Schwerpunkt internationaler Sicherheitsbemühungen. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung begleitet seit den 1990er-Jahren Projekte zur Sicherung und Stilllegung am Standort und hat erhebliche Mittel für den Bau der Neuen Schutzhülle und nachgelagerte Sicherheitsmaßnahmen mobilisiert. Fachleute weisen darauf hin, dass kurzfristige Reparaturen allein nicht genügen: Für belastbare Sicherheit seien detaillierte technische Bewertungen, verlässliche Finanzierungszusagen über mehrere Jahre und eine eng abgestimmte Bau- und Aufsichtsstruktur erforderlich.
Die geplante Geberkonferenz in Paris soll klären, wie die zugesagten 260 Millionen Euro priorisiert werden, welche Arbeiten zuerst beginnen und wie weitere Beiträge internationaler Partner eingeworben werden. Erwartet wird zudem, dass Zuständigkeiten, Kontrollmechanismen und Berichtspflichten präzisiert werden, um Fortschritt und Sicherheit am Standort Tschornobyl transparent nachzuweisen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).