Politik

Kanada sagt fast eine Milliarde kanadische Dollar für ukrainische Energie zu

Beim Besuch von Präsident Wolodymyr Selenskyj in Ottawa kündigte Kanada umfangreiche Finanzhilfen und Kooperationen zur Stärkung der Energiesicherheit der Ukraine an, darunter Garantien über die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, zinsgünstige Mittel von…

Kanada und die Ukraine haben am 10. September in Ottawa ein umfassendes Paket zur Stärkung der Energiesicherheit der Ukraine vereinbart. Nach offiziellen Angaben umfasst es bis zu 757 Millionen kanadische Dollar über die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) für Notkäufe von Erdgas und den Aufbau strategischer Reserven vor der Heizsaison. Hinzu kommen 200 Millionen kanadische Dollar von Export Development Canada für prioritäre Energieprojekte sowie eine zusätzliche Einlage von 10 Millionen kanadischen Dollar in den Ukraine Energy Support Fund, womit sich der kanadische Gesamtbeitrag zu diesem Fonds auf 100 Millionen kanadische Dollar erhöht. Denys Schmyhal wertete die Zusagen als Beitrag zur kurzfristigen Wintervorsorge und zur mittelfristigen Widerstandsfähigkeit des Energiesektors.

Parallel zu den Finanzierungszusagen wurden längerfristige Kooperationspfade umrissen. Genannt wird die Prüfung von Lieferoptionen für Flüssigerdgas: Ein Memorandum zwischen Naftogaz und dem kanadischen Projekt Kino Aski LNG sieht vor, mögliche Lieferungen nach 2032 auszuloten. Potenzielle kanadische Lieferfenster könnten mit Kapazitäten am LNG-Terminal in Klaipėda in den Jahren 2033 bis 2044 synchronisiert werden. Hierbei handelt es sich um Absichtserklärungen; Zeitpläne und Vertragswerke müssen noch ausgearbeitet werden.

Im Bereich der Wasserkraft vereinbarten Ukrhydroenergo und Export Development Canada eine engere Zusammenarbeit bei der Beschaffung von Ausrüstung, technologischen Lösungen und Dienstleistungen für ukrainische Wasserkraftwerke. Die EDC-Mittel sollen dabei vorrangige Projekte über zinsgünstige Finanzierungen unterstützen. Laut ukrainischer Regierungsseite fließen die bisherigen Beiträge des Ukraine Energy Support Fund insbesondere in Ausrüstung für Verteilnetze, die Wiederherstellung der Gasförderinfrastruktur und in Notstromlösungen für Krankenhäuser, auch in frontnahen Regionen wie der Oblast Charkiw.

Zudem wurde die strategische Partnerschaft in der Kernenergie bekräftigt. Energoatom und der kanadische Konzern Cameco wollen die langfristige Versorgung mit Uran sowie Konversionsdienstleistungen bis 2035 sicherstellen. Die beteiligten Stellen betonen, dass die Umsetzung der Projekte von weiteren technischen Prüfungen und vertraglichen Festlegungen abhängt.

Der Besuch von Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kanada stand vor dem Hintergrund anhaltender russischer Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Die jetzt zugesagten Mittel zielen darauf, die Versorgungssicherheit im kommenden Winter zu stabilisieren und zugleich Investitionen in den Wiederaufbau und die Modernisierung anzustoßen. Aussagekräftige Zwischenziele sind die rechtzeitige Gasbeschaffung vor Winterbeginn, der Ausbau strategischer Reserven sowie die Vorbereitung von Projekten zur Stromerzeugung und -speicherung. Langfristige Vorhaben wie potenzielle LNG-Lieferungen bleiben dagegen an Marktbedingungen, Infrastrukturkapazitäten und regulatorische Entscheidungen in Kanada und der Europäischen Union gebunden.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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