Premierminister Serhii Koretskyi hat am 26. August 2026 erstmals den neuen Aufsichtsrat des staatlichen Kernenergiebetreibers Energoatom in Kyjiw getroffen. Nach Regierungsangaben soll das Gremium die Unternehmensführung zügig und auf Basis transparenter Wettbewerbsverfahren neu aufstellen. Das Kabinett der Minister der Ukraine stellte die Sitzung als Auftakt für eine systematische Abstimmung zwischen Exekutive und Unternehmensaufsicht dar; die Regierung sagte dem Aufsichtsrat umfassende Unterstützung zu.
Koretskyi forderte, das neue Top-Management von Energoatom so schnell wie möglich über ein offenes und nachvollziehbares Auswahlverfahren zu bestimmen. Konkrete Personalentscheidungen wurden nicht genannt. Als Begründung verwies die Regierung auf die Notwendigkeit, die Steuerung des zentralen Stromversorgers zu stabilisieren und die Vorbereitung auf die bevorstehende Herbst- und Winterperiode abzusichern.
Nach offiziellen Angaben wurden in der Sitzung der finanzielle Zustand des Unternehmens sowie die Wintervorbereitung erörtert. Energoatom spielt als Betreiber der ukrainischen Kernkraftwerke eine Schlüsselrolle für die Stromsicherheit; entsprechend stehen Instandhaltung, Ersatzteilbeschaffung und finanzielle Belastbarkeit im Fokus der Prüfung. Detailzahlen zu Liquidität, Investitionen oder geplanten Kreditlinien nannte die Regierung nicht.
Energoatom teilte parallel mit, der Aufsichtsrat habe in Kyjiw über Jahresfinanzpläne, Investitionsprojekte und Fragen der Corporate Governance beraten und stehe hierzu in engem Austausch mit Regierungsstellen und internationalen Partnern. Diese Mitteilung deckt sich in der Themengewichtung mit der Darstellung der Regierung, ohne über konkrete Personal- oder Finanzbeschlüsse zu berichten.
Im ukrainischen Staatssektor ist der Aufsichtsrat für die strategische Kontrolle zuständig und legt die Grundsätze fest, nach denen das Management arbeitet; die Besetzung der Geschäftsführung erfolgt über Wettbewerbsverfahren unter Aufsicht des Gremiums. Die von Koretskyi angekündigten regelmäßigen Treffen sollen die Trennung von Eigentümerfunktion des Staates und operativer Leitung nicht aufweichen, sondern Koordination bei Finanzierung, Investitionsrhythmus und Vorbereitung auf die Heizsaison sichern. Das fügt sich in den laufenden Reformrahmen für staatliche Energieunternehmen, der auf Professionalität, Transparenz und belastbare Entscheidungswege abzielt. Welche Folgen das Treffen für anstehende Besetzungen und für die Finanzierung einzelner Projekte hat, hängt von den nun erwarteten Ausschreibungen und Beschlüssen des Aufsichtsrats ab. Aussagen der Regierung und der Unternehmenskommunikation sind als offizielle Positionen zu werten; unabhängige belastbare Details liegen darüber hinaus derzeit nicht vor.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).