Nach einem nächtlichen Drohnenangriff auf Moskau erklärte Kreml‑Sprecher Dmitri Peskow am 29. Oktober, der Krieg gegen die Ukraine werde fortgesetzt. Peskow verband seine Aussage mit dem Hinweis auf eine anhaltende Bedrohung russischen Territoriums. Konkrete politische oder militärische Folgemaßnahmen nannte der Kreml zunächst nicht.
Russische Behörden berichteten in der Nacht zum 29. Oktober von einem massierten Drohneneinsatz gegen mehrere Regionen, darunter die Moskauer Oblast. Das Verteidigungsministerium und lokale Stellen sprachen von mehreren Hundert bis deutlich über 600 anfliegenden unbemannten Flugkörpern, die größtenteils abgefangen worden seien. Die Spannweite der Angaben ist groß; eine unabhängige, vollständige Bestätigung der gemeldeten Stückzahlen lag bis Redaktionsschluss nicht vor. Reuters meldete unter Berufung auf russische Behörden zeitweise Einschränkungen an den Moskauer Flughäfen Wnukowo und Domodedowo. Über größere Schäden in der Hauptstadt lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor.
Aus Kiew gab es am 29. Oktober keine umfassende offizielle Bestätigung einer koordinierten Großoperation gegen Moskau. Ukrainische Stellen äußern sich in der Regel zurückhaltend zu Angriffen tief im russischen Hinterland. Unabhängige Beobachter wiesen darauf hin, dass beide Seiten in derselben Nacht auch auf ukrainischem Gebiet Ziele mit Raketen und Drohnen angegriffen haben sollen. Auch hierzu variierten die frühen Angaben je nach Quelle.
Die vom Kreml veröffentlichten Deutungen ordnen die Ereignisse in eine bereits bekannte innenpolitische Argumentationslinie ein: Angriffe auf russisches Territorium werden als Begründung herangezogen, militärischen Druck auf die Ukraine aufrechtzuerhalten oder zu erhöhen. Ob und inwieweit die jüngsten Aussagen Peskows in konkrete Planungen einfließen, blieb zunächst offen.
Für die Lageeinschätzung gilt: Offizielle russische Angaben zu Anzahl, Route und Abwehrerfolg der Drohnen sind als Parteibehauptungen zu werten. Unabhängige zivilgesellschaftliche Monitoring‑Projekte und internationale Medien konnten die genannten Größenordnungen bis zum Abend nicht verifizieren. Verlässliche Informationen zu möglichen Opfern oder strukturellen Schäden lagen zunächst nicht vor.
Der Vorfall unterstreicht die Verlagerung des Kriegs in eine Phase, in der weitreichende Drohnenangriffe, elektronische Gegenmaßnahmen und Luftabwehr eine zentrale Rolle spielen. Für die Ukraine und ihre Partnerstaaten bleibt die Fähigkeit, russische militärische Infrastruktur aus der Distanz zu bedrohen, ein militärischer Faktor; für Russland stellt die Absicherung von Ballungsräumen und kritischer Infrastruktur eine wachsende Herausforderung dar.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).