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Lettlands Premier ruft Europäer auf: Ein Bier weniger pro Jahr für die Ukraine

Andris Kulbergs warb in Brüssel dafür, den Gegenwert eines Bieres jährlich zu spenden und zugleich die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen.

Der lettische Ministerpräsident Andris Kulbergs hat in Brüssel die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union aufgerufen, „ein Bier weniger pro Jahr“ zu trinken und den so gesparten Betrag als Unterstützung für die Ukraine zu spenden. Der symbolische Appell fiel am Donnerstag am Rande des Treffens der Staats- und Regierungschefs im Europäische Rat. Kulbergs verband ihn mit der Forderung nach einer anhaltenden finanziellen, militärischen und humanitären Unterstützung für Kiew und nach schärferen Sanktionen gegen Russland.

Vor Journalistinnen und Journalisten sagte Kulbergs, die europäische Öffentlichkeit könne sich diese Form der Solidarität leisten. Für die Ukraine seien solche Beträge zwar klein, in der Summe aber lebenswichtig. Wörtlich sprach er von Kosten, „die dort über Leben entscheiden können“. Mehrere Agenturen griffen die Aussagen auf; zudem dokumentierte der Audiovisuellen Dienst des Europäischen Rates das Vor-Ort-Statement. Aus lettischen und ukrainischen Medien hieß es übereinstimmend, Kulbergs wolle mit dem zugespitzten Bild Debatten über zusätzliche Mittel und eine höhere Spendenbereitschaft anstoßen.

Inhaltlich zielt Kulbergs’ Vorstoß auf zwei Ebenen: Erstens sollen Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union mit kleinteiligen Beiträgen die humanitäre Lage in der Ukraine lindern – etwa bei medizinischer Versorgung, der Unterstützung Binnenvertriebener und dem Wiederaufbau kritischer Infrastruktur. Zweitens dringt die lettische Regierung weiter auf geschlossene europäische Entscheidungen zu verschärften Sanktionen gegen Russland, um die Kriegsökonomie zu treffen und Umgehungen einzudämmen. Konkrete neue EU-Beschlüsse kündigte Kulbergs nicht an; sein Appell ist als politisches Plädoyer zu verstehen, nicht als formeller Vorschlag.

Lettland zählt zu den entschiedenen Unterstützern der Ukraine. Anfang Oktober hatte Riga zusätzlich humanitäre Hilfslieferungen aus dem Gesundheitswesen – darunter medizinisches Gerät für die Notfallversorgung sowie Rettungswagen – freigegeben. Auch militärische und logistische Hilfen wurden in den vergangenen Monaten wiederholt angekündigt. Aus lettischer Sicht ist die Unterstützung Teil einer sicherheitspolitischen Vorsorge im Baltikum.

Ob Kulbergs’ Vorschlag messbar zu mehr privaten Zuwendungen führt, bleibt offen. Die Regierung in Riga setzt nach eigenem Bekunden auf einen Mix aus staatlicher Unterstützung, Sanktionen und bürgergesellschaftlichem Engagement. In Brüssel stand zugleich die längerfristige Finanzierung der Ukraine auf der Tagesordnung. Nach Angaben aus Delegationskreisen nahm auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Gespräche mit europäischen Partnern wahr. Unabhängige Bestätigungen für konkrete neue Zusagen lagen bis zum Redaktionsschluss nicht vor.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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