Die ukrainische Regierung hat am 10. September 2026 ein Maßnahmenpaket zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung vorgestellt. Ministerpräsident Serhii Koretskyi begründete die Schritte mit der Zunahme russischer Angriffe auf Industrie, Lager und Logistik. Ziel sei es, Lieferketten funktionsfähig zu halten und Arbeitsplätze zu sichern.
Kern der Ankündigung ist ein Programm für vergünstigte Betriebsmittelkredite: Unternehmen sollen bis zu 1 Milliarde Hrywnja je Firma oder Firmengruppe aufnehmen können. Der Staat will 5 Prozentpunkte der jeweiligen Marktrendite kompensieren. Nach Regierungsangaben können die Mittel unter anderem für den Wareneinkauf genutzt werden. Die Ausgestaltung der Kreditvergabe soll in enger Abstimmung mit Banken erfolgen.
Zweitens will das Kabinett den Zugang zu staatlichen Immobilien vereinfachen. Unternehmen, die nach Angriffen Produktions- oder Lagerflächen verloren haben, sollen bei der Anmietung von Objekten, die der Fonds für Staatseigentum der Ukraine über Auktionen vergibt, bevorzugt werden. Damit sollen Betriebe schneller Ersatzstandorte finden und die Produktion wieder aufnehmen können.
Drittens veröffentlichte die Regierung Empfehlungen für den sicheren Geschäftsbetrieb während Luftalarm. Sie basieren auf einem differenzierten Warnsystem und sollen verhindern, dass längere Alarmphasen die Versorgung mit Waren und Dienstleistungen vollständig unterbrechen. Zugleich betonte Koretskyi den Vorrang des Schutzes von Beschäftigten und Kundschaft. Unternehmen erhalten drei Monate Zeit, um Schutzräume oder sichere Bereiche an Standorten mit Publikumsverkehr einzurichten.
Die Maßnahmen wurden laut Regierung gemeinsam mit dem Rat für Nationale Sicherheit und Verteidigung und auf Anweisung des Präsidenten vorbereitet. Details erörterte das Ministerkabinett der Ukraine bei einer erweiterten Beratung mit großen ukrainischen Einzelhändlern sowie Vertreterinnen und Vertretern des Büros des Präsidenten, des Antimonopolkomitees der Ukraine, der Staatlichen Zollbehörde und des Fonds für Staatseigentum der Ukraine. Weitere Umsetzungsentscheidungen, etwa zur konkreten Vergabepraxis der Kredite und zu Anmietungsmodalitäten, sollen in den kommenden Wochen folgen.
Die Regierung stellt die Schritte in den Kontext der wirtschaftlichen Resilienz im Krieg. Während Angaben zu Schäden und Ausfällen naturgemäß von der jeweils betroffenen Seite stammen, ist die Grundannahme unstrittig: Je schneller Betriebe nach Angriffen wieder anlaufen, desto stabiler bleiben Steuereinnahmen und Versorgung. Ob die Kreditkonditionen und der Mietvorrang in der Breite ausreichen, hängt von der Nachfrage, der Bonität vieler Mittelständler und der Verfügbarkeit geeigneter Immobilien ab.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).