Politik

Selenskyj fordert internationale Hilfe gegen Blockade des Schwarzen Meeres

Wolodymyr Selenskyj rief bei der Yalta European Strategy zu gemeinschaftlichen Maßnahmen gegen die Blockade des Schwarzen Meeres auf und warb für eine gestufte Lösung mit einer möglichen Energie-Feuerpause.

Wolodymyr Selenskyj hat bei der Yalta European Strategy am 11. September 2026 zu einer internationalen Antwort auf die Blockade des Schwarzen Meeres aufgerufen. Die Ukraine dürfe die Lage nicht allein schultern, sagte der Präsident in einer Online-Ansprache. Die Behinderung der Schifffahrt betreffe die Ernährungssicherheit weit über die Region hinaus und gefährde Lieferketten, die viele Länder stützen.

Selenskyj plädierte für ein gestaffeltes Vorgehen, um Teilrisiken zu mindern. Als eine Option nannte er eine begrenzte Energie-Feuerpause, die kritische Infrastruktur schützen und Stabilität für die Energieversorgung schaffen solle. Parallel müsse der sichere Zugang zu Häfen und Seewegen für den Agrar- und Metallexport wiederhergestellt werden. Er betonte, Ziel sei es, die Exportlogistik so weit zu entlasten, dass Getreide und andere Güter planbar die Weltmärkte erreichen.

Zur Lage im Schwarzen Meer verwies Selenskyj auf die seit Langem anhaltenden Risiken für zivile Schifffahrt infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Während alternative Routen über die Donau und das EU-Schienennetz einen Teil der Ausfälle kompensierten, könnten sie die Kapazitäten der Seehäfen nicht ersetzen. Jede weitere Einschränkung schlage sich in höheren Versicherungsprämien, Frachtkosten und Preisschwankungen nieder – mit spürbaren Folgen für importabhängige Staaten.

Der Präsident trennte dabei klar zwischen kurzfristigen Schutzmaßnahmen und politischen Zielen. Die vorgeschlagene Energie-Feuerpause sei kein Ersatz für eine umfassende Friedensregelung, sondern eine pragmatische Zwischenlösung zum Schutz von Zivilbevölkerung und Infrastruktur. Er forderte Partner auf, maritime Sicherheit und Luftabwehr für Hafenstädte auszubauen, sowie eine koordinierte Begleitung von Frachtschiffen in Risikozonen zu prüfen. Welche Staaten oder Organisationen eine solche Absicherung übernehmen könnten, ließ er offen.

Hintergrund ist, dass Getreide, Pflanzenöle und Erz traditionell zu den wichtigsten Ausfuhrgütern der Ukraine zählen. Als der von den Vereinten Nationen und der Türkei vermittelte Getreidekorridor im Schwarzen Meer 2023 endete, wich der Handel auf teurere und langsamere Routen aus. Seither gleichen Unternehmen und Partnerländer die Engpässe nur teilweise aus. Nach Selenskyjs Darstellung bleibt eine kollektive Lösung der sicherste Weg, um regelgebundene Schifffahrt durchzusetzen, Preisschocks zu dämpfen und die Ernährungssicherheit in verletzlichen Regionen zu stabilisieren.

Die Aussagen stammen aus Selenskyjs Wortlautbeitrag bei der Yalta European Strategy, den das Präsidialamt am 11. September veröffentlichte und der von mehreren ukrainischen Medien zusammengefasst wurde.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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