Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei Gesprächen in Den Haag am 28. Oktober die Niederlande um weitere Unterstützung bei der Luftverteidigung gebeten und ein trilaterales Treffen in Abu Dhabi bis zum 10. November in Aussicht gestellt. Nach Angaben des Präsidialamts drehte sich die Unterredung mit der niederländischen Regierung um kurzfristig verfügbare Flugabwehrmittel, Munition und deren Integration in das ukrainische Abwehrsystem.
Selenskyj erklärte laut offiziellen Mitteilungen, die Ukraine strebe rasch zusätzliche Kapazitäten an, um Angriffe auf Städte und kritische Energieinfrastruktur abzuwehren. Konkrete Lieferumfänge nannte er nicht. Ein in Den Haag erörtertes Projekt zur Stärkung der Luftverteidigung werde zwischen den Regierungen koordiniert. Die Regierung der Niederlande äußerte sich dazu zunächst nicht im Detail; Verhandlungen laufen nach Darstellung Kiews fort.
Als nächster diplomatischer Schritt stellte Selenskyj ein trilaterales Treffen in Abu Dhabi bis zum 10. November in Aussicht. Dabei handle es sich um Gespräche mit internationalen Partnern zu Sicherheits- und Unterstützungsfragen der Ukraine. Der Präsident betonte, dies sei ein Ziel, kein feststehender Termin. Unklar blieb, welche Staaten daran konkret teilnehmen sollen.
Neben Verteidigungsthemen kamen in Den Haag Fragen der Rechenschaft für russische Angriffe, wirtschaftliche Unterstützung und längerfristige Sicherheitszusammenarbeit zur Sprache. Selenskyj verwies auf laufende internationale Initiativen zu Ermittlungen und zur Einfrieren-und-Verwenden-Debatte russischer Staatsvermögen, ohne neue Beschlüsse zu vermelden. Medienberichte aus Den Haag zitierten den Präsidenten zudem mit der Aussage, der Zeitpunkt möglicher direkter Gespräche mit Russland sei offen; eine Verhandlung ohne Sicherheitsgarantien für die Ukraine stehe nicht an.
Die Niederlande zählen seit Beginn der umfassenden russischen Invasion zu den wichtigen europäischen Unterstützern Kiews. Das Land lieferte unter anderem Luftverteidigungskomponenten, gepanzerte Fahrzeuge und humanitäre Hilfe und war an multilateralen Paketen beteiligt. In den Wintermonaten richtet sich der Schwerpunkt nach ukrainischer Darstellung erneut auf Luftabwehr und Energieinfrastruktur.
Die Angaben beruhen auf Mitteilungen des ukrainischen Präsidialamts und übereinstimmenden Berichten ukrainischer Nachrichtenagenturen aus Den Haag. Eigene Zahlen zu künftigen Lieferungen oder Terminen nannte keine Seite. Ob das avisiert trilaterale Treffen in Abu Dhabi bis zum 10. November zustande kommt, bleibt vorerst offen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).