Der ukrainische Außenminister Andrij Sibyha sieht in einem angestrebten Treffen zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump in New York die Chance auf ein begrenztes Deeskalations- oder Waffenstillstandsformat für Energieinfrastruktur und das Schwarze Meer. Das sagte Sibyha am 17. September in Kiew. Ein solcher Schritt sei mit aktiver Beteiligung der Vereinigten Staaten realistisch, betonte er.
Nach Angaben aus Kiew arbeiten die Ukraine und die Vereinigten Staaten an der Vorbereitung eines Gesprächs am Rande der UN-Generalversammlung. Der Sprecher des Außenministeriums, Heorhii Tykhy, bestätigte am 16. September, dass beide Seiten organisatorische Details abstimmen. Ort, Zeitpunkt und inhaltliche Entwürfe sind öffentlich noch nicht bekannt, und auch Zusagen über konkrete Ergebnisse liegen nicht vor.
Sibyha sprach von der Möglichkeit eines gleichzeitigen Deeskalationsregimes im Energiesektor und im Schwarzen Meer. Ziel wäre es, Angriffe auf Energieanlagen zu unterlassen und Risiken für die Schifffahrt zu senken. Zugleich unterstrich der Minister, die Ukraine wolle den Krieg beenden, sehe aber keine Grundlage für Vertrauen in freiwillige Zugeständnisse Russlands; Druck und internationale Unterstützung blieben entscheidend.
Der Hintergrund ist klar: Seit Beginn des großflächigen russischen Angriffs geraten Strom- und Wärmeanlagen sowie Hafeninfrastruktur wiederholt ins Visier. Im Schwarzen Meer wurden Routen zeitweise blockiert oder nur eingeschränkt genutzt. Ein eng umrissenes Abkommen könnte kurzfristig humanitäre und wirtschaftliche Entlastung bringen, ohne politische Kernfragen wie territoriale Kontrolle oder langfristige Sicherheitsgarantien zu klären.
Ob und wie ein solches Abkommen verifiziert und durchgesetzt werden könnte, ist offen. Nötig wären belastbare Mechanismen zur Beobachtung, zur Meldung etwaiger Verstöße und zu rascher Konfliktklärung. Welche Rolle dabei die Vereinigten Staaten, die Vereinten Nationen oder andere Partner übernehmen würden, blieb am Dienstag unklar.
Die Aussagen stützen sich auf offizielle Mitteilungen aus Kiew und übereinstimmende ukrainische Medienberichte. Internationale Agenturen meldeten zuletzt, dass Vorbereitungen für einen direkten Austausch zwischen Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump am Rande der UN-Generalversammlung in New York laufen. Über einen konkreten Zeitplan oder ausgehandelte Textbausteine informierten die Beteiligten bisher nicht. Fest steht lediglich: In Kiew wird ein mögliches Treffen als Gelegenheit gesehen, begrenzte Risiken im Energiesektor und für die Schifffahrt im Schwarzen Meer zu mindern – sofern politische Rückendeckung und praktische Kontrollinstrumente zusammenfinden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).