Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat vor einer möglichen neuen Eskalationsphase Russlands im Krieg gegen die Ukraine gewarnt. Er erklärte am 13. September, seine Regierung habe von eigenen und verbündeten Diensten Hinweise auf verstärkte Aktivitäten Moskaus erhalten. Anlass sind nächtliche Drohnenangriffe in der Westukraine nahe der polnischen Grenze. Nach Angaben ukrainischer Stellen wurde ein Personenzug auf der Strecke Kiew–Warschau in Grenznähe beschädigt; zunächst wurden keine Verletzten gemeldet. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben war am Folgetag nicht sofort möglich.
Tusk sprach von einer „sehr ernsten Lage“ und betonte, Polen stehe in engem Kontakt mit Kiew und Partnern im Bündnis. Er kündigte erhöhte Wachsamkeit der polnischen Dienste an und verwies auf eine kontinuierliche Lagebewertung mit Blick auf mögliche Risiken für das polnische Territorium. Die Angriffe ereigneten sich nach ukrainischen Berichten in der Nacht zum 13. September in Grenznähe zum Übergang Dorohusk–Jahodyn. In der Umgebung sei zudem ein Brand an ziviler Infrastruktur ausgebrochen.
Aus Kiew hieß es, die russischen Angriffe zielten auf logistische Knotenpunkte im Westen des Landes. Moskau äußerte sich zu den Vorfällen unmittelbar nicht. Aussagen beider Seiten zur militärischen Lage lassen sich im laufenden Kriegsgeschehen häufig nur eingeschränkt verifizieren. Tusk stellte seine Warnung ausdrücklich in den Kontext von Analysen der Sicherheitsdienste und hob hervor, dass Polen sich mit Blick auf den Schutz der Ostflanke des Bündnisses eng mit der NATO abstimme.
Die Angriffe nahe der Grenze unterstreichen die Verwundbarkeit ziviler Verbindungen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union. Die Strecke Kiew–Warschau ist eine wichtige Achse für Personenverkehr und humanitäre Transporte; Auswirkungen auf Fahrpläne waren zunächst unklar. Für Polen stehen Sicherheitsinteressen im Vordergrund: Der Schutz des eigenen Luftraums, die Früherkennung von Bedrohungen und die Koordinierung mit Nachbarn gelten als Prioritäten, nachdem in der Vergangenheit bereits Reste von Flugkörpern auf polnischem Gebiet gefunden worden waren.
Politisch erhöht Tusks Warnung den Druck auf Partner, Luftabwehr und Aufklärung an der Grenze weiter zu stärken. Ob Russland tatsächlich eine neue Eskalationsstufe anstrebt, bleibt offen. Klar ist, dass der jüngste Vorfall die Debatte über zusätzliche Schutzmaßnahmen an der EU- und NATO-Außengrenze befeuert und die Sicherheitslage in der Westukraine erneut in den Fokus rückt.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).