Die Regierung in Kiew hat am 1. September 2026 bei der Europäischen Kommission beantragt, rund 2 Milliarden Euro aus dem Ukraine Support Loan der Europäischen Union für den Kauf von PAC-3-MSE-Abfangraketen für Patriot-Luftabwehrsysteme zu nutzen. Ukrainische Stellen begründen den Bedarf mit einer Zunahme russischer ballistischer Angriffe auf Energieanlagen und andere kritische Infrastruktur. Eine Entscheidung der Kommission über den konkreten Antrag steht nach Angaben aus Brüssel noch aus.
Die Europäische Kommission hatte am 24. August 2026 mitgeteilt, eine Tranche über 6,1 Milliarden Euro für Luft- und Raketenabwehr, Raketen, Munition und Radare im Rahmen des Ukraine Support Loan zu genehmigen. Der Kreditrahmen der Europäischen Union beläuft sich insgesamt auf bis zu 90 Milliarden Euro. Nach Kommissionsangaben werden Beschaffungsanträge aus Kiew jeweils einzeln geprüft; dabei kann im Einzelfall eine Ausnahme zugelassen werden, wenn Rüstungsgüter nicht aus der Europäischen Union stammen. Die nun beantragten Mittel zielen auf den Zukauf von Abfangraketen für bereits gelieferte Patriot-Systeme.
Nach übereinstimmenden Berichten ukrainischer Medien, darunter United24, könnten mit rund 2 Milliarden Euro je nach Exportpreis und Genehmigungslage eine hohe dreistellige Zahl von PAC-3-MSE-Raketen beschafft werden. Konkrete Stückzahlen hängen vom Ergebnis der Verhandlungen mit den Lieferanten und von notwendigen Exportfreigaben ab. Offizielle Angaben zu Lagerbeständen oder detaillierten Bedarfszahlen legte die ukrainische Seite nicht vor.
Politisch ist der Vorstoß auch ein Signal an Partnerstaaten, Lieferketten zu beschleunigen und Engpässe bei Abfangraketen zu entschärfen. Fachleute erwarten, dass neben der Finanzierung insbesondere Exportgenehmigungen eine Hürde bleiben. Nach dem bisherigen Verfahren prüft die Europäische Kommission die Vereinbarkeit der Vorhaben mit den Programmkriterien und entscheidet anschließend über die Freigabe der Mittel. Eine Frist nannte sie nicht.
Die beantragte Summe wurde am 1. September 2026 in Kiew öffentlich gemacht. Die bereits am 24. August 2026 bestätigte Tranche über 6,1 Milliarden Euro bildet den aktuellen finanzpolitischen Rahmen für weitere Luftverteidigungsbeschaffungen der Ukraine. Zum Stand 2. September 2026 ist offen, wann die Europäische Kommission über den Antrag entscheidet und welche Auflagen damit verbunden sein werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).