Politik

Ukraine fordert vorgezogene Europäische Union-Mittel und Patriot-Raketen

Bei einem Treffen der EU-Verteidigungsminister am 28. September 2026 drängte Verteidigungsminister Jewhenij Chmara auf vorgezogene Kreditmittel, zusätzliche Luftabwehrraketen und Unterstützung für die Drohnenproduktion.

Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara hat beim Treffen der EU-Verteidigungsministerinnen und -minister am 28. September 2026 um rasche finanzielle und materielle Unterstützung gebeten. Nach Angaben des Ministeriums stellte er die aktuelle Lage an der Front dar und betonte, Russland verfolge weiterhin das Ziel, die Ukraine zu unterwerfen. Um die Abschreckung zu stärken, brauche die Ukraine kurzfristig mehr Luftverteidigung und verlässliche Vorfinanzierung für Rüstungsbestellungen.

Im Mittelpunkt stand die Drohnenproduktion. Rund ein Drittel der zusätzlich veranschlagten 27 Milliarden US‑Dollar seien als Vorleistungen für Drohnenlieferungen Anfang 2027 vorgesehen, sagte Chmara nach Regierungsangaben. Er regte an, für 2027 geplante EU‑Kreditmittel bereits 2026 bereitzustellen und verbleibende SAFE‑Mittel sowie bilaterische Hilfen für Vorfinanzierungen zu nutzen. Das Geld werde noch in diesem Herbst benötigt, damit Hersteller rechtzeitig Komponenten einkaufen und Systeme fertigen könnten.

Parallel bat Chmara die Mitgliedstaaten, bestehende Lagerbestände an Luftabwehrraketen – insbesondere für Patriot‑Systeme – umgehend zur Verfügung zu stellen. Zudem ersuchte er um Luft‑Luft‑Raketen, tragbare Flugabwehrsysteme und Munition für F‑16. Staaten könnten Teile ihrer Bestände sofort abgeben und diese später durch vertraglich zugesagte Lieferungen ersetzen, so der Vorschlag.

Zur Abwehr der von Russland eingesetzten iranischen Shahed‑Drohnen suche die Ukraine nach kostengünstigen und wirksamen Gegenmaßnahmen. Interzeptoren würden bereits eingesetzt; ukrainische Hersteller böten zusätzliche Lösungen an. Für eine flächendeckende Wirksamkeit seien jedoch Zeit und zusätzliche Finanzierung nötig, hieß es.

Die Regierung in Kiew versicherte zugleich, Soldzahlungen und weitere Leistungen an das Militär aus heimischen Mitteln zu bestreiten. Dafür seien Einsparungen und Umschichtungen im Staatshaushalt vorgesehen; das Volumen bezifferte das Kabinett mit rund 7 Milliarden US‑Dollar.

Konkrete EU‑Beschlüsse zur Vorziehung von Kreditmitteln oder zur Übergabe weiterer Luftabwehrraketen wurden am Samstag nicht bekannt. Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Union, darunter die Hohe Vertreterin Kaja Kallas, verwiesen in Brüssel auf laufende Abstimmungen über Finanzierung, Beschaffung und industrielle Zusammenarbeit. Zuletzt hatte die EU nach Angaben der ukrainischen Seite 3 Milliarden Euro aus einem Kredit ausgezahlt und Beschaffungspläne über weitere 3 Milliarden Euro – darunter auch Patriot‑Raketen – gebilligt.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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