Politik

Ukraine führt Berufsstandard für Sozialpädagogen ein und aktualisiert Schulpsychologen

Die Regierung hat am 5. Oktober 2026 einen neuen Berufsstandard für Sozialpädagogen geschaffen und den Standard für praktische Psychologen an Schulen überarbeitet. Beide wurden in das Einheitliche Register der Qualifikationen eingetragen.

Die Ukraine hat zum 5. Oktober 2026 einen eigenständigen Berufsstandard für den Sozialpädagogen eingeführt und den Standard für den praktischen Psychologen an Bildungseinrichtungen aktualisiert. Nach Angaben des Ministerkabinetts der Ukraine sind beide Dokumente registriert und in das Einheitliche Register der Qualifikationen, den Klassifikator der Berufe, aufgenommen. Ziel ist es, die psychologische Unterstützung im Bildungssystem systematisch auszubauen und einheitliche Anforderungen an Kompetenzen sowie Arbeitsfunktionen festzulegen.

Kern der Neuregelung ist eine klare Abgrenzung der beruflichen Rollen. Der praktische Psychologe konzentriert sich vorrangig auf psychologische Begleitung der am Bildungsprozess Beteiligten, die Förderung ihres psychischen Wohlbefindens, Diagnostik, Prävention, Aufklärung und Beratung sowie auf die Mitwirkung an einem psychologisch sicheren Lernumfeld. Der Sozialpädagoge richtet den Fokus auf sozialpädagogische Unterstützung, den Schutz der Rechte und Interessen des Kindes, die Förderung von Sozialisation und Anpassung, die Prävention negativer Entwicklungen sowie die Arbeit mit Kindern und Familien in schwierigen Lebenslagen und die Kooperation der Bildungseinrichtung mit Familie, Gemeinde und weiteren Unterstützungsakteuren.

Die Behörden betonen, dass die Trennung Doppelungen vermeidet und zugleich die Teamarbeit rund um die Bedürfnisse der Lernenden stärkt. Zudem bilden die Standards die Grundlage für die Aktualisierung von Studiengängen an Hochschulen, für Fortbildungsprogramme und für den beruflichen Aufstieg der Fachkräfte. Praktische Psychologen und Sozialpädagogen können nach Regierungsangaben Mittel für die Fortbildung abrufen; als Beispiel wird die Lernplattform Vektor genannt, auf der entsprechende Kurse angeboten werden.

Die Ausarbeitung erfolgte im Rahmen der Konzeption zur Entwicklung des Psychologischen Dienstes auf Initiative des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft. Fachliche Unterstützung leistete das Koordinierungszentrum für psychische Gesundheit beim Ministerkabinett der Ukraine; die Maßnahmen sind Teil der landesweiten Mental-Health-Initiative Ty jak?. Technische Unterstützung kommt von der UNESCO-Vertretung in der Ukraine.

Offen bleibt, wie die Umsetzung an den Schulen konkret finanziert wird, ob zusätzliche Planstellen geschaffen werden, welche Fortbildungspflichten verbindlich gelten und welche Übergangsfristen für bereits tätige Fachkräfte vorgesehen sind. Diese Details wurden in den amtlichen Mitteilungen nicht beziffert und bedürfen weiterer Klärung durch das Bildungs- und das Finanzressort. Klar ist jedoch, dass die nun festgeschriebenen Rollenprofile einheitliche Orientierung für Personalplanung und Qualifizierung liefern und die professionelle Zusammenarbeit im Schulbereich strukturieren sollen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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