Die ukrainische Regierung will die Identifizierung repatriierter militärischer und ziviler Toter schneller und verlässlicher organisieren. Premierminister Sergii Koretskyi leitete dazu eine zwischenministerielle Beratung mit dem Gesundheitsministerium, dem Innenministerium und dem Verteidigungsministerium. Nach Regierungsangaben stand die bessere Abstimmung aller Schritte im Mittelpunkt – vom Eintreffen eines Leichnams und der Anordnung notwendiger Untersuchungen über die Feststellung der Identität bis zur Dokumentation und Information der Angehörigen.
Die forensisch-medizinischen Untersuchungen werden derzeit in 21 regionalen Büros für Gerichtsmedizin durchgeführt. Das Gesundheitsministerium baut diese Kapazitäten seit 2023 schrittweise aus. Neben zusätzlicher Ausrüstung wurden DNA-Labore eingerichtet; aktuell sind sieben DNA-Labore im System der Gerichtsmedizin in Betrieb. Zugleich weitet die Fachseite den Einsatz alternativer Methoden aus: Moderne Verfahren zur Wiederherstellung papillarer Muster sowie die postmortale Daktyloskopie ermöglichen es, Fingerabdrücke auch in schwierigen Fällen zu gewinnen und mit staatlichen Registern abzugleichen.
Trotz hoher Belastung und Personalmangel nennt die Regierung eine Durchlaufzeit von höchstens einem Monat zwischen der Ermittlungsanordnung und der Übergabe des gerichtsmedizinischen Gutachtens an die zuständige Behörde. Von rund 1.500 für den Vollbetrieb benötigten Sachverständigen seien derzeit etwa 1.000 tätig. Diese Angaben stammen aus den beteiligten Behörden; unabhängige Vergleiche lagen in der Mitteilung nicht vor.
Von der Geschwindigkeit der gesamten Identifizierung hängen nicht nur technische Schritte im Labor ab. Verzögerungen entstehen auch in der Vorbereitung und der Nachbereitung der Gutachten, etwa bei der Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen, beim Datenaustausch und bei formalen Verfahrensschritten. Entsprechend richtete sich die Beratung auf Korrekturen an Arbeitsabläufen und der einschlägigen Rechtsgrundlage, um notwendige Informationen rascher zu teilen und die Abfolge aller Phasen zu vereinheitlichen.
Als Ergebnis vereinbarten Gesundheitsministerium, Innenministerium und Verteidigungsministerium, gemeinsam Änderungen an Verfahren und Normen auszuarbeiten und die Koordination in allen Stadien der Identifizierung zu stärken. Ziel ist es, Zeit dort zu sparen, wo dies ohne Genauigkeitsverlust möglich ist, damit Familien schneller Gewissheit erhalten und Bestattungen zeitnah stattfinden können. Konkrete Fristen für rechtliche Anpassungen oder belastbare Ziele zur weiteren Verkürzung der Durchlaufzeiten nannte die Regierung in ihrer Mitteilung nicht.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).