Die Ukraine erhöht die Zahl der staatlich finanzierten Studienplätze in Gesundheitsfachrichtungen für das Studienjahr 2026 auf 5.710. Das teilte das Gesundheitsministerium am 21. September 2026 mit. Gegenüber 2022 entspricht dies einem Zuwachs von mehr als 37 Prozent. Interfax-Ukraine berichtete über die Angaben der Behörde.
Insgesamt wurden laut Ministerium für 2026 10.763 Studienanfängerinnen und Studienanfänger in medizinischen und gesundheitsbezogenen Fächern zugelassen. Davon entfallen 5.710 Plätze auf staatliche Finanzierung, 5.053 auf vertraglich finanzierte Studienplätze. Mit dem Ausbau reagiert die Regierung nach eigener Darstellung auf den erhöhten Personalbedarf im Gesundheitswesen seit Beginn der großflächigen russischen Invasion.
Gesundheitsminister Viktor Liashko forderte die Universitäten auf, ihre Ausbildung langfristig an den erwarteten Bedarfen des Gesundheitssystems auszurichten. Einrichtungen, in die im vergangenen Jahr weniger als 100 Studierende eingetreten seien, müssten ihr Profil schärfen. Als Orientierungsgröße nannte er leistungsfähige medizinische Hochschulen mit mindestens 5.000 Studierenden sowie einer universitären Klinik, um die praktische Ausbildung und die erforderlichen personellen Ressourcen zu sichern. Diese Aussagen gehen aus der Mitteilung des Ministeriums hervor.
Nach Regierungsangaben zum Entwurf des Staatshaushalts 2027 sind für die Aus- und Fortbildung von Gesundheitspersonal 3,5 Milliarden Hrywnja vorgesehen. Das entspräche einem Plus von rund 33 Prozent im Vergleich zu 2026. Die Einzelheiten des Haushalts müssen im parlamentarischen Verfahren noch beraten und beschlossen werden.
Der Ausbau der staatlich finanzierten Plätze soll die Versorgungssicherheit stärken. Ob sich die Maßnahme in den kommenden Jahren spürbar auf die Zahl der in der Patientenversorgung tätigen Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen auswirkt, hängt nach Einschätzung des Ministeriums und von Hochschulvertretern von der Verteilung der Studienprofile, der Kapazität für praktische Ausbildung und der Verbleibsquote der Absolventinnen und Absolventen im ukrainischen Gesundheitssystem ab. Belastbare Aussagen dazu werden erst mit Blick auf die nächsten Abschlussjahrgänge möglich sein.
Die nun genannten Zahlen und Zielmarken stammen aus der aktuellen Veröffentlichung des Gesundheitsministeriums vom 21. September 2026; Interfax-Ukraine hat die Angaben aufgegriffen und verbreitet.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).