Politik

Ukraine testet neue Kinderleistungen in der App Diia

Die Regierung hat die Beta-Tests für zwei digitale Familienleistungen in Diia gestartet. Rund 400 vorab registrierte Frauen nehmen teil; Entscheidungen sollen binnen drei Arbeitstagen vorliegen.

Die ukrainische Regierung hat am 5. Oktober 2026 den Beta-Test zweier neuer digitaler Familienleistungen in der Verwaltungsplattform Diia gestartet. Nach Angaben des Ministeriums für soziale Politik und des Ministeriums für digitale Transformation beteiligen sich daran rund 400 zuvor registrierte Frauen. Getestet werden die Hilfe im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt für nicht in der Pflichtversicherung erfasste Frauen sowie die Hilfe zur Betreuung eines Kindes bis zu einem Jahr. Nach einem erfolgreichen Test sollen beide Dienste allen Diia-Nutzern offenstehen.

Das Verfahren ist vollständig digital angelegt. Diia und das Einheitliche Informationssystem der sozialen Sphäre sammeln automatisch die für die Antragsprüfung erforderlichen Daten aus staatlichen Registern und erstellen einen Entwurf des Leistungsbescheids. Der Pensionsfonds der Ukraine prüft und bestätigt die Entscheidung abschließend. Laut Regierungsbeschluss Nr. 169/2026 muss der Fonds Anträge binnen drei Arbeitstagen bearbeiten. Ziel ist, den Zeitraum von der Antragstellung bis zur Bewilligung und Auszahlung deutlich zu verkürzen.

Die zuständigen Ministerien teilen mit, dass dem Start ein abgeschlossenes Alpha-Testen vorausging. Dabei seien Workflows, Formulare, Registerabfragen und die Generierung vorläufiger Entscheidungen technisch überprüft worden. Konkrete Auszahlungszahlen für die nun laufende Pilotphase liegen noch nicht vor. Partnerbanken sind in die Umsetzung eingebunden.

Als nächster Schritt ist ein Beta-Test der Leistung єЯсла für erwerbstätige Eltern angekündigt. Die Regierung hat hierfür bereits Verfahrens- und Rechtsanpassungen vorbereitet. Ein Termin für die breite Freischaltung hängt von den Ergebnissen der Tests und der Behebung technischer Beanstandungen ab.

Offene Punkte betreffen die Praxistauglichkeit in Fällen mit unvollständigen Registerdaten sowie die tatsächliche Auszahlungsdauer nach positiver Entscheidung. Die Behörden verweisen darauf, dass die automatisierten Prüfungen über staatliche Register die Bearbeitung standardisieren und beschleunigen sollen; Einzelfälle mit ergänzendem Klärungsbedarf können jedoch zusätzliche Zeit erfordern. Eigene Angaben zu Problemen oder Verzögerungen machte die Regierung zum Start des Beta-Tests nicht.

Der aktuelle Testlauf ist Teil der fortlaufenden Digitalisierung sozialer Verwaltungsdienste in der Ukraine. Mit der Einbindung zentraler Register und klaren Fristen zielt das Vorhaben darauf ab, Zugang und Abwicklung öffentlicher Leistungen für Familien zu vereinfachen und transparenter zu machen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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