Politik

Ukraine und Frankreich entwickeln Schule für Führung im Gesundheitswesen

Kiew und Paris starten ein gemeinsames Programm zur Qualifizierung von Krankenhausleitungen; die erste Gruppe mit 20 Führungskräften beginnt in einem modularen Format.

Die Ukraine und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit im Gesundheitssektor aus: Das Ministerkabinett der Ukraine kündigte an, gemeinsam mit der École des hautes études en santé publique und der Agentur Expertise France eine Schule für Management im Gesundheitswesen zu entwickeln. Anlass ist ein Treffen des ukrainischen Gesundheitsministers Viktor Ljaschko mit Isabelle Richard, der Direktorin der École des hautes études en santé publique (EHESP).

Kern des Vorhabens ist der Aufbau einer nationalen Aus- und Fortbildungsstruktur für die Leitungen von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen. Das Programm soll ein modulares Lernformat bieten, das Fernunterricht, Präsenzmodule und fachlichen Austausch mit französischen Partnern verbindet. Geplant sind auch Studien- und Arbeitsbesuche in Frankreich. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurde bereits eine erste Kohorte ausgewählt: 20 Leiterinnen und Leiter von Gesundheitseinrichtungen aus verschiedenen Regionen der Ukraine nehmen teil.

Die französische Seite begleitet die inhaltliche Entwicklung über die École des hautes études en santé publique. Expertise France unterstützt Umsetzung und zusätzliche Beratungen, um die praktischen Bedarfe der Teilnehmenden in der Kursgestaltung zu berücksichtigen. Als nächste Schritte sind die Ausbildung ukrainischer Trainerinnen und Trainer, die Anpassung französischer Lehrmaterialien an ukrainische Rahmenbedingungen sowie die gemeinsame Ausarbeitung von Curricula vorgesehen. Zudem sollen bestehende ukrainische Bildungsprogramme und berufliche Standards im Gesundheitsmanagement systematisch analysiert werden.

Die Initiative ist Teil einer breiteren bilateralen Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich zwischen der Ukraine und Frankreich. Aus ukrainischer Sicht zielt das Projekt kurzfristig darauf ab, Managementkompetenzen bei Klinikleitungen zu stärken. Mittelfristig soll es Einrichtungen widerstandsfähiger gegenüber Belastungen wie Personalengpässen und Infrastrukturverlusten machen. Langfristig strebt das Gesundheitsministerium an, eine eigenständige, landesweit verankerte Ausbildungstradition für Führungskräfte im Gesundheitswesen zu etablieren.

Konkrete Zeitpläne für die Ausweitung des Programms über die erste Kohorte hinaus wurden nicht genannt. Zur Finanzierung machten die Beteiligten in der Ankündigung keine detaillierten Angaben. Die Zusammenarbeit bleibt damit zunächst auf die Entwicklung der Inhalte, die Pilotierung mit einer begrenzten Teilnehmendenzahl und den strukturierten Erfahrungsaustausch mit französischen Institutionen fokussiert.

Die Ankündigung unterstreicht den Versuch, Verwaltungskompetenz und Professionalität im ukrainischen Gesundheitswesen zu bündeln, während das Land seine Versorgungssysteme unter Kriegsbedingungen stabilisiert und weiterentwickelt. Frankreich bringt dafür mit der École des hautes études en santé publique und Expertise France etablierte Expertise in der Qualifizierung von Führungskräften und der Organisationsentwicklung in Gesundheitseinrichtungen ein.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk