Das ukrainische Ministerium für Wirtschaft und Umwelt und Google haben am 18. September 2026 ihre Zusammenarbeit bei der digitalen Transformation der Wirtschaft vertieft. Minister Oleksandr Kravchenko traf dazu Annette Kroeber‑Riel, Vizepräsidentin für Regierungsbeziehungen und öffentliche Politik in Europa bei Google. Im Mittelpunkt standen die landesweite Arbeitsmarktplattform Obrii, der breitere Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen und Behörden sowie geplante Anpassungen des Urheberrechts für KI‑Anwendungen.
Kernpunkt ist die Ausweitung des Google‑Engagements bei Obrii. Die Plattform soll sich von einzelnen Diensten zu einer integrierten Infrastruktur für Arbeitsvermittlung, Qualifikationsdaten und Lernangebote entwickeln. Nach Angaben des Ministeriums ist bis Ende 2026 ein durchgehender elektronischer Vermittlungsprozess über die Staatsschnittstelle Diia vorgesehen: von der Ausschreibung einer Stelle über den Dokumentenaustausch bis zur digitalen Unterzeichnung des Arbeitsvertrags und der Übermittlung der nötigen Angaben an staatliche Register. Bereits angekündigte Fördermittel von Google.org dienen der Skalierung der Plattform. Zudem ist ein Obrii ID als digitales Profil mit Angaben zu Berufserfahrung, Qualifikationen und Fähigkeiten geplant, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz passende Stellen und Weiterbildungsmöglichkeiten vorschlägt.
Für kleine und mittlere Unternehmen wollen beide Seiten den praktischen Einsatz von KI‑Werkzeugen ausweiten, darunter Programme zur Integration in Alltagsprozesse und zur Steigerung der Produktivität. Weitere Vorhaben umfassen Schulungsangebote und Hackathons zum Einsatz von KI, Initiativen der Industrie 4.0 für prioritäre Fertigungssektoren sowie die Modernisierung interner Abläufe im Ministerium selbst. Ziel ist es, erfolgreiche Pilotprojekte in flächendeckend verfügbare, skalierbare Dienste zu überführen.
Parallel bereitet das Ministerium eine Reform des Urheberrechts vor, die das ukrainische Regelwerk an EU‑Standards annähern soll. Geplant ist, die Nutzung urheberrechtlich geschützter Materialien für Datenanalysen und das Training von KI‑Modellen rechtssicher zu regeln. Konkrete Entwürfe oder Zeitpläne für parlamentarische Beschlüsse wurden nicht genannt.
Die Vereinbarungen zielen darauf, Arbeitsvermittlung zu beschleunigen und Beschäftigung formeller zu erfassen. Zugleich stellen sich Fragen nach Datensicherheit, dem Zugang zu proprietären KI‑Werkzeugen und der rechtlichen Absicherung von Trainingsdaten. Über bereits bekannte Förderzusagen hinaus wurden keine neuen finanziellen Rahmenbedingungen öffentlich gemacht.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).