Die Ukraine verhandelt mit Belgien über einen sogenannten Drone Deal. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 18. August in Kiew, die Regierung arbeite mit Belgien an bilateralen Dokumenten zur gemeinsamen Produktion und Lieferung unbemannter Systeme. Konkrete Umfangszahlen, Zeitpläne oder beteiligte Hersteller nannte er nicht. Eine unmittelbare Bestätigung der belgischen Regierung lag zunächst nicht vor.
Nach ukrainischer Darstellung dienen die Drone Deals der strukturierten Zusammenarbeit mit Partnerstaaten bei Entwicklung, Fertigung, Beschaffung, Ausbildung und Instandsetzung von Drohnentechnik. Ziel ist es, die industrielle Basis für unbemannte Systeme zu verbreitern und verlässliche Lieferketten aufzubauen, ohne sicherheitsrelevante Einzelheiten öffentlich zu machen.
Bereits am 7. Juli hatte die Ukraine mit Estland eine entsprechende Vereinbarung getroffen, wie das Präsidialamt der Ukraine mitteilte. Ebenfalls am 7. Juli berichtete der Rat für nationale Sicherheit und Verteidigung der Ukraine über einen Drone Deal mit den Niederlanden. In beiden Fällen handelte es sich um bilaterale Absprachen zwischen Kiew und den jeweiligen Regierungen; die Formate sehen laut ukrainischen Stellen vor, nationale Industriekapazitäten zu vernetzen und Projekte von der Entwicklung bis zur Instandhaltung zu koordinieren. Öffentliche Angaben zu Stückzahlen oder Finanzrahmen blieben auch dort zurückhaltend.
Finanz- und rüstungspolitisch wirkt zudem europäischer Kontext: Am 3. August gab die Europäische Kommission die Auszahlung weiterer 3,47 Milliarden Euro für ukrainische Verteidigungsvorhaben bekannt, darunter Drohnen, Lenkwaffen, Luftverteidigung und Kampfflugzeuge. Diese EU-Mittel können nationale Beiträge flankieren, ersetzen jedoch nicht bilaterale Abmachungen wie die Drone Deals. Für die Ukraine sind solche Kombinationen aus nationalen und europäischen Instrumenten ein Weg, die eigene Verteidigungsindustrie schneller zu skalieren und Abhängigkeiten in der Versorgung zu verringern.
Zum Stand der Gespräche mit Belgien blieb Selenskyj bei allgemeinen Hinweisen. Offen ist, ob die geplante Zusammenarbeit vor allem auf gemeinsamer Produktion in der Ukraine, auf Lieferverträgen aus Belgien oder auf gemischten Modellen beruhen wird. Klar ist, dass Kiew die Reihe bereits geschlossener oder angekündigter Drone Deals mit europäischen Partnern fortsetzen will, um Kapazitäten zu bündeln und die Frontversorgung mit unbemannten Systemen zu stabilisieren. Eine förmliche Unterzeichnung mit Belgien steht noch aus.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).