Das Ministerkabinett der Ukraine hat am 30. Oktober 2026 354,6 Millionen Hrywnja innerhalb des Haushalts des Gesundheitsministeriums umgeschichtet. Nach Angaben der Regierung werden 294,8 Millionen Hrywnja für die Instandsetzung und Ausstattung von Schutzräumen in 84 Einrichtungen bereitgestellt, in denen Geburten erfolgen. Weitere 59,8 Millionen Hrywnja sind für zusätzliche bauliche Schutzmaßnahmen in Krankenhäusern vorgesehen, die dem Gesundheitsministerium unterstehen und stationäre Abteilungen betreiben. Premierminister Serhij Korezkyj erklärte, die Mittel stammten aus einer internen Umschichtung und erforderten keine zusätzlichen Ausgaben.
Die Schutzräume in Geburtskliniken sollen nach Regierungsangaben so ausgestattet werden, dass sie den besonderen Bedürfnissen Schwangerer, Gebärender und Neugeborener entsprechen. Genannt werden Wärme, ausreichende Beleuchtung, gesicherte Wasserversorgung und Belüftung; zudem soll der Zugang für Frauen mit eingeschränkter Mobilität verbessert werden. In Krankenhausbereichen sind als zusätzliche Schutzmaßnahmen die Installation von Gabionen, Metallrollläden und schlagfester Schutzfolie an Fenstern vorgesehen. Konkrete Zeitpläne, eine Verteilung der Mittel auf die einzelnen 84 Einrichtungen sowie Informationen zu Qualitätskontrollen nannte die Regierung in ihrer Kurzmitteilung nicht.
Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit den anhaltenden Sicherheitsrisiken für das ukrainische Gesundheitswesen infolge des Krieges. Seit 2022 wurden wiederholt Angriffe auf zivile Infrastruktur dokumentiert, darunter medizinische Einrichtungen. Internationale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation weisen seit Langem auf die besondere Verwundbarkeit von Entbindungsstationen, Operationssälen und Intensivbereichen hin. Vor diesem Hintergrund gilt die Verstärkung der Schutzinfrastruktur in Geburtskliniken und Krankenhäusern als prioritäre staatliche Aufgabe.
Die aktuelle Umschichtung bestätigt diese Priorisierung, bleibt jedoch in mehreren Punkten ausstehend konkret: Unklar ist, welche Regionen zuerst profitieren, nach welchen Kriterien priorisiert wird und wie Bau- und Ausstattungsarbeiten in Zeiten angespannter Lieferketten gesteuert werden. Auch Fragen zur langfristigen Finanzierung des Unterhalts solcher Anlagen und zur Integration in breitere Sicherheits- und Notfallpläne des Gesundheitssektors bleiben vorerst offen. Die Regierung betont allerdings, dass medizinisches Personal in den ausgebauten Schutzräumen auch während Luftalarmen weiter arbeiten und die Versorgung von Müttern und Kindern aufrechterhalten können soll.
Die Mitteilung wurde am 30. Oktober 2026 veröffentlicht und auf Regierungsangaben gestützt. Weitere Details wurden nicht bekanntgegeben.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).