Die ukrainische Regierung arbeitet nach Angaben von Ministerpräsident Serhij Korezkyj daran, ein Finanzloch von 27 Milliarden US-Dollar im Verteidigungsbereich zu schließen. In einem am 27. September veröffentlichten Interview sagte er, rund 7 Milliarden US-Dollar solle der Staat über einen strikten Sparkurs aufbringen. Die verbleibenden etwa 20 Milliarden US-Dollar wolle Kiew gemeinsam mit internationalen Partnern sichern.
Korezkyj betonte, die Einsparmaßnahmen umfassten die Optimierung von Ausgaben, Umschichtungen im Haushalt und weitere Kürzungen. Gleichzeitig müssten die Bezahlung der Soldaten und die Unterstützung ihrer Familien vollständig gewährleistet bleiben. Er rief die Abgeordneten des Parlaments auf, die für internationale Finanzhilfen erforderlichen Gesetze zügig zu verabschieden. Die Regierung werde alle dafür nötigen Beschlüsse bis zum 15. Oktober 2026 fassen. Soziale Leistungen wie Renten sowie Gehälter für Ärzte und Lehrkräfte sollen trotz Defizit fristgerecht und vollständig ausgezahlt werden. Nicht vorrangige und nicht kritische Ausgaben würden bis zum Eingang externer Mittel eingefroren.
Zur militärischen Beschaffung nannte Korezkyj besonders den Bedarf an Drohnen, Raketen, Fahrzeugen und weiterer Technik. Ein Schwerpunkt sei der rasche Ausbau der Produktion von Abfangmitteln gegen von Russland eingesetzte, schnellere Shahed-Drohnen. Die Regierung vereinfache dafür Genehmigungen, reduziere Bürokratie und erweitere die finanzielle Unterstützung über Kreditinstrumente, um die Fertigung so schnell wie möglich hochzufahren.
Mit Blick auf die Energie- und Zivilschutzlage erklärte Korezkyj, die Ukraine gehe besser vorbereitet in den Winter als im Vorjahr. Es seien zusätzliche Erzeugungskapazitäten aufgebaut, mehr kritische Einrichtungen mit Reserve-Strom versorgt und besonders schützenswerte Infrastrukturelemente besser gesichert worden. Zudem stünden mehr Ersatzteile, Ausrüstung, Reparaturteams und Technik bereit. Zugleich habe sich der Gegner weiterentwickelt, unter anderem mit verbesserten Shahed-Varianten sowie einem erhöhten Vorrat an ballistischen Raketen und anderen Lenkwaffen. Leicht werde der Winter nicht, sagte Korezkyj, aber die Ukraine habe keine Alternative zum Durchhalten.
Der Ministerpräsident appellierte an europäische Partner, die Ukraine auch durch den Einsatz ihrer Zivilschutz- und Rettungsdienste mit Personal und Technik zu unterstützen. Für das Jahr 2027 sollen die Ausgaben bereits jetzt verlässlich geplant werden. Welche Teile der benötigten Partnergelder bereits verbindlich zugesagt sind, blieb in seinen Aussagen offen; die Regierung kündigte an, bis Mitte Oktober die entsprechenden Beschlüsse vorzulegen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).