Deutschlands Außenminister Johann Wadephul und Russlands Außenminister Sergei Lawrow haben sich am 26. September 2026 am Rande der 81. UN-Generalversammlung in New York zu einem kurzen bilateralen Gespräch getroffen. Nach Angaben beider Seiten ist es das erste direkte Treffen der Außenminister Deutschlands und Russlands seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine im Februar 2022. Die Begegnung dauerte nach übereinstimmenden Berichten etwa 20 bis 30 Minuten.
Wadephul erklärte im Anschluss, Deutschland fordere von Russland „das Ende des Krieges gegen die Ukraine“ und bekräftigte, dass jede Perspektive auf Gespräche die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine respektieren müsse. Zudem habe die deutsche Delegation die Dringlichkeit humanitärer Anliegen und Fragen der globalen Ernährungssicherheit angesprochen, insbesondere mit Blick auf Engpässe in Teilen des Globalen Südens.
Das russische Außenministerium bestätigte das Treffen und teilte mit, es seien bilaterale Fragen sowie der Krieg in der Ukraine erörtert worden. Moskau verwies dabei auf ukrainische Angriffe auf russisches Territorium, die aus russischer Sicht Teil der Lagebewertung seien. Unabhängige Bestätigungen zu einzelnen militärischen Darstellungen lagen zunächst nicht vor.
Mit dem Gespräch testet Berlin einen eng begrenzten diplomatischen Kanal zu Moskau, ohne die seit 2022 verfolgte Grundlinie des Westens infrage zu stellen. Nach übereinstimmenden Einschätzungen westlicher Diplomaten bleiben Sanktionen gegen Russland, militärische Unterstützung für die Ukraine und politische Isolation Moskaus zentrale Elemente der Strategie. Ein kurzfristiger Kurswechsel wurde nicht signalisiert.
Gleichzeitig betonen Beobachter, dass selbst knappe Kontakte in Krisenlagen nützlich sein können – etwa zur Abstimmung humanitärer Maßnahmen, zur Unterstützung eines Gefangenenaustauschs oder zur Eindämmung von Eskalationsrisiken. Voraussetzung seien enge Abstimmungen mit Partnern in der Europäischen Union und der NATO sowie klare Zusicherungen gegenüber Kiew, dass zentrale Prinzipien des Völkerrechts nicht zur Disposition stehen.
Das Treffen in New York fügt sich in die dichte Diplomatie am Rande der UN-Generalversammlung, bei der zahlreiche Konfliktthemen, darunter der russische Angriffskrieg, auf mehreren Ebenen verhandelt werden. Offizielle Verleseprotokolle oder detaillierte Ergebnisdokumente wurden bis Redaktionsschluss nicht veröffentlicht; die Darstellungen beruhen auf Mitteilungen der beteiligten Außenministerien und übereinstimmenden Angaben internationaler Nachrichtenagenturen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).