Heute in der Geschichte

Was geschah am 25. September in der Ukraine?

Vom Dnipro‑Luftlandeunternehmen bei Kaniv 1943 bis zu neuen Bündnissen bei den Vereinten Nationen: Der 25. September markiert in der Ukraine wiederholt Wegscheiden zwischen Krieg und Diplomatie, Territorialkonflikt und internationaler Einbindung.

Manche Kalendertage bündeln, was ein Land ausmacht: militärische Härteproben, verfassungspolitische Weichenstellungen und Momente internationaler Sichtbarkeit. Der 25. September gehört in der Ukraine zu diesen Daten. Er führt von der verlustreichen Luftlandeoperation an der Bukryner Biegung des Dnipro 1943 über die Verfassungskrise der Autonomen Republik Krim 1992 bis zu prägenden Auftritten auf der Bühne der Vereinten Nationen in jüngster Zeit. Diese Auswahl beleuchtet sechs Ereignisse, die nachweislich genau am 25. September stattfanden und einen unmittelbaren Bezug zur Ukraine haben – vom Gefechtsfeld bis zum diplomatischen Parkett.

Ukraine am 25. September

25. September 1943: Die Rote Armee wirft in der Nacht bei Kaniv Fallschirmjäger ab

In der Nacht auf den 25. September 1943 setzte die Sowjetführung im Raum der Bukryner Biegung südlich von Kaniv mehrere Brigaden der Luftlandetruppen hinter die deutschen Linien ab. Ziel der Dnipro‑Luftlandeoperation war es, die deutsche Zuführung von Reserven zum rechten Ufer zu stören und so die mühsam erkämpften Brückenköpfe am rechten Dnipro‑Ufer zu entlasten. Zeitgenössische und ukrainische Darstellungen verorten den massierten Abwurf ausdrücklich auf die Nacht des 25. September; Kartenmaterial benennt explizit „Desantierungen am 25. September 1943“. Der Ansatz scheiterte operativ: starker Flakbeschuss, Navigationsfehler und ungünstige Witterung führten zu weit verstreuten Landungen, teils in den eigenen Linien oder im Fluss. Gleichwohl band der Vorstoß deutsche Kräfte und steht in der Militärgeschichte der Ukraine als Mahnung für die Härten und Kosten des Übergangs zur Befreiung der Zentralukraine.

25. September 1992: Die Krim ändert ihre Verfassung und verschärft den Kompetenzstreit mit Kyjiw

Am 25. September 1992 verabschiedete die Oberste Rada der Republik Krim – die regionale Werchowna Rada – den Gesetzesakt Nr. 155‑1 „Über Änderungen und Ergänzungen der Verfassung der Republik Krim“. Die Fassung erklärte die „Republik Krim“ als „rechtsstaatliche, demokratische und weltliche Staatlichkeit in der Ukraine“, schuf das Amt des Präsidenten der Republik Krim und weitete die Kompetenzen der regionalen Obersten Rada aus. Diese Verfassung der Republik Krim in der Fassung vom 25. September 1992 stand in Spannung zur gesamtukrainischen Rechtsordnung und wurde in den Folgejahren mehrfach revidiert; 1998 trat eine neue, vom nationalen Parlament bestätigte Grundordnung der Autonomen Republik Krim in Kraft. Der Beschluss von 1992 blieb ein Fixpunkt der Auseinandersetzungen um Zuständigkeiten, Minderheitenrechte und die Bindung an die Gesetze der Ukraine.

25. September 2019: Wolodymyr Selenskyj trifft in New York Donald Trump

Am Abend des 25. September 2019 traf der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, am Rande der Generaldebatte der Organisation der Vereinten Nationen in New York den damaligen US‑Präsidenten Donald Trump. Nach der offiziellen Mitteilung aus Kyjiw hob Selenskyj hervor, die Beendigung des russischen Kriegs gegen die Ukraine sei nur gemeinsam mit den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union möglich; er warb zudem um Investitionen und bekräftigte die euro‑atlantische Ausrichtung. Das Gespräch fiel in eine Phase intensiver internationaler Aufmerksamkeit für die ukrainisch‑amerikanischen Beziehungen und bot Kyjiw die Gelegenheit, Sicherheits‑ und Wiederaufbauanliegen auf höchster Ebene zu adressieren.

25. September 2024: Andrij Sybiha vertritt die Ukraine in der G20‑Ministerrunde bei den Vereinten Nationen

Am 25. September 2024 nahm Andrij Sybiha in der UN‑Zentrale in New York an einem Ministertreffen der Gruppe der Zwanzig teil. Das Außenministerium berichtete, Sybiha habe betont, dass Russlands Aggression gegen die Ukraine eine Bedrohung für internationale Sicherheit sei und Antworten der gesamten Staatengemeinschaft erfordere. Für die Ukraine sind solche Formate strategisch: Sie verankern die Anliegen eines angegriffenen Staates in globalen Wirtschafts‑ und Sicherheitsdebatten, helfen Allianzen zu pflegen und neue Unterstützerkreise zu erreichen – auch jenseits klassischer Sicherheitsforen.

25. September 2025: Ukraine und Papua‑Neuguinea nehmen diplomatische Beziehungen auf

In New York unterzeichneten die Regierungen der Ukraine und von Papua‑Neuguinea am 25. September 2025 ein gemeinsames Kommuniqué zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Die Erklärung bekräftigte Prinzipien wie Souveränität, territoriale Integrität und Nichteinmischung – Grundpfeiler der ukrainischen Außenpolitik seit 2014. Die Einbindung von Partnern im Globalen Süden erweitert die außenpolitische Reichweite Kyjiws, schafft neue Gesprächskanäle in Fragen der Ernährungssicherheit, Digitalisierung und humanitären Zusammenarbeit und trägt zur Stabilisierung einer regelbasierten Ordnung bei den Vereinten Nationen bei.

25. September 2025: Ukraine und Europäische Union verlängern die Straßengüterbeförderung um 15 Monate

Ebenfalls am 25. September 2025 vereinbarten die Ukraine und die Europäische Kommission, die Liberalisierung der Straßengüterbeförderung – in Kyjiw als „Transportfreizügigkeit“ bekannt – um 15 Monate zu verlängern. Damit bleiben bilaterale und Transitfahrten zwischen der Ukraine und der Europäischen Union genehmigungsfrei. Das Abkommen, ursprünglich als Reaktion auf die Kriegslogistik 2022 geschlossen und 2024 fortgeschrieben, sichert Lieferketten, senkt Transaktionskosten und stützt so die Resilienz der ukrainischen Exportwirtschaft. Mit der nun beschlossenen Laufzeit reicht die Regelung mindestens bis Ende März 2027 und stabilisiert unter Kriegsbedingungen zentrale Landkorridore.

Ein Datum, viele Geschichten

Der 25. September zeigt die Bandbreite ukrainischer Erfahrung: Er steht für riskante militärische Entscheidungen an einem Strom, der die Geografie des Landes prägt; für heikle Verfassungspolitik auf der Krim, die die Einheit der Rechtsordnung herausforderte; und für die bewusste Verankerung in multilateralen und bilateralen Netzwerken, ohne die die Ukraine heute nicht denkbar wäre. Gemeinsam gelesen, erzählen diese Episoden von der mühsamen Balance zwischen Wehrhaftigkeit, Rechtsstaatlichkeit und globaler Anschlussfähigkeit – einer Balance, die die Ukraine bis heute jeden 25. September aufs Neue bestätigt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen