Die Nationalbank der Ukraine hat am 27. August 2026 ihren internen Bericht zur Aufsicht über die staatliche Sense Bank vorgestellt und Regierung sowie Bankführung zu raschen Personal- und Governance-Entscheidungen aufgefordert. Nach Angaben der Zentralbank dokumentiert das Papier Maßnahmen seit Ende 2022, darunter eine Inspektion, die im April 2025 abgeschlossen wurde, sowie mehr als 100 Beschlüsse des zuständigen Aufsichtsgremiums. Die Ergebnisse der Vorstandssitzung wurden an staatliche Stellen übermittelt; zusätzliche außerplanmäßige Prüfungen sind angekündigt.
Auslöser der aktuellen Schritte sind öffentliche Ermittlungen des Nationales Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) und Debatten im Parlament, die Fragen zur Führungspraxis von Sense Bank aufgeworfen haben. Die Nationalbank fordert, den Aufsichtsrat zügig zu vervollständigen und Personen, die in Ermittlungen genannt werden, vorläufig von ihren Aufgaben zu entbinden. Nach Angaben des Ministerium der Finanzen hat die Regierung bereits am 19. August 2026 die vorläufige Aussetzung der Befugnisse des Vorsitzenden des Aufsichtsrats beschlossen. Offizielle strafrechtliche Feststellungen liegen bislang nicht vollständig vor; die Ermittlungen dauern an.
Die Nationalbank unterstreicht, dass ein vollständig besetzter Aufsichtsrat in staatlichen Banken zentrale Entscheidungen über Strategie, interne Kontrollen, Risikomanagement sowie die Bestellung und Abberufung des Vorstands verantwortet. Ohne funktionsfähige Gremien drohen Verzögerungen bei nötigen Korrekturen in der Unternehmensführung. Vor diesem Hintergrund zielt der Bericht auf schnelle, formal einwandfreie Beschlüsse des Eigentümers und der zuständigen Behörden, um Handlungsfähigkeit und Vertrauen zu sichern.
Parallel hat die Nationalbank der Ukraine am 24. August 2026 institutsübergreifende Sonderprüfungen eingeleitet. Geprüft werden mögliche Verstöße gegen Vorgaben zur Bekämpfung von Geldwäsche im Zusammenhang mit bestimmten Kautionszahlungen. Solche Prüfungen fallen in die laufende Bankenaufsicht der Zentralbank; die Lage soll in der nächsten Sitzung des Rat für Finanzstabilität erörtert werden. Konkrete Sanktionen oder aufsichtsrechtliche Verfügungen über die bereits kommunizierten Schritte hinaus wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Sense Bank teilte mit, interne Untersuchungen zu starten und eine externe, unabhängige Prüfung vorzubereiten. Das Institut verweist darauf, mit den Behörden zu kooperieren. Der vorgelegte Aufsichtsbericht der Nationalbank konzentriert sich auf Praxisfragen der Bankenaufsicht und identifizierte Mängel in der Unternehmensführung. Die Nationalbank betont zugleich, dass die laufenden Prüfungen und Governance-Maßnahmen die operative Funktionsfähigkeit des Instituts nicht beeinträchtigen sollen. Weitere Informationen will die Zentralbank nach Abschluss der angekündigten Sonderprüfungen vorlegen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).