Politik

Ukrainischer Ministerpräsident: Rückführung von Jewhen Konowalez verbindet Vergangenheit und Gegenwart

Serhii Koretskyi hat in Kiew am 18. August 2026 von den sterblichen Überresten des OUN‑Gründers Jewhen Konowalez Abschied genommen und die symbolische Verbindung zum heutigen Verteidigungswillen betont.

In Kiew hat der ukrainische Ministerpräsident Serhii Koretskyi am 18. August 2026 öffentlich von den sterblichen Überresten des Gründers der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), Jewhen Konowalez, Abschied genommen. Nach Angaben des Ministerkabinetts der Ukraine besuchten in den vorangegangenen Tagen Tausende Militärangehörige den Sarg in der Patriarchalkathedrale der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche. Die Regierungsmitteilung ordnet das Ereignis ausdrücklich in den aktuellen Verteidigungskontext ein.

Koretskyi sagte laut der Mitteilung, „der Kampf Konowalez’ und der heutigen Verteidiger ist ein und derselbe Kampf. Der Feind ist derselbe. Das Ziel ist dasselbe.“ Zudem erklärte er: „Seine Rückkehr in die Heimat ist nicht nur Vermächtnis, sondern eine Notwendigkeit für die heutige Ukraine.“ Beide Zitate stammen aus der offiziellen Veröffentlichung des Ministerkabinetts der Ukraine und kennzeichnen die politische Deutung der Zeremonie.

Konowalez war 1938 in Rotterdam durch einen Anschlag getötet worden und wurde dort beigesetzt. Die nun vollzogene Rückführung beruht auf einem Kabinettsbeschluss vom 15. Juli 2026 (Kabinettsbeschluss Nr. 703-r), der die organisatorischen Schritte für die Heimholung und eine feierliche Umbettung vorsah. Nach Regierungsangaben ist die Beisetzung auf dem Nationalen Militärgedenkfriedhof vorgesehen, einem neuen zentralen Erinnerungsort der Ukraine. Die Veröffentlichung der Regierung zur Verabschiedung erfolgte am 18. August 2026.

Die Umbettung ist Teil einer aktiven staatlichen Erinnerungspolitik, die historische Persönlichkeiten des Unabhängigkeitskampfes sichtbarer in nationale Gedenkorte integrieren will. Konkrete weitere Maßnahmen, etwa gesetzliche Neuregelungen oder institutionelle Umwidmungen, sind in den vorliegenden Mitteilungen nicht ausgewiesen. Welche praktischen Folgeschritte im Detail beschlossen werden, bleibt der weiteren Umsetzung vorbehalten.

Die historische Einordnung von Jewhen Konowalez ist in der Forschung umstritten und wird in den offiziellen Texten nicht bewertet. Unbestritten ist seine Rolle als zentraler Organisator des ukrainischen Unabhängigkeitskampfes im 20. Jahrhundert; seine politische Tradition wird in der ukrainischen Öffentlichkeit unterschiedlich interpretiert. Die Aussagen der Regierung zur Kontinuität zwischen vergangenen Akteuren und heutigen Verteidigern sind als politische Zuschreibungen zu lesen und reflektieren die aktuelle sicherheits- und erinnerungspolitische Lage des Landes.

Mit der Anerkennung der symbolischen Bedeutung der Rückführung verbindet die Regierung die Erwartung, dass nationale Einheit gestärkt wird. Der Vorgang bleibt damit zugleich Gedenkakt und innenpolitisches Signal – getragen von staatlichen Institutionen und begleitet von breiter militärischer Präsenz in Kiew.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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